Hotelkooperation «Die Lötschentaler»

Hotelkooperation «Die Lötschentaler»

Die Hoteliers in Blatten mussten sich einiges einfallen lassen, um Feriengäste ins abgelegene Tal zu locken. Der beste Einfall war wohl, sich zu den «Lötschentalern» zusammenzuschliessen und die Herausforderungen gemeinsam anzupacken.

«Jeder bringt sich dort ein, wo seine Stärken liegen», sagt Lukas Kalbermatten. «Was dabei zählt sind nicht die Stunden, die wir für die anderen aufwenden, sondern der Mehrwert, der für die gesamte Kooperation entsteht.» Ein Miteinander, bei dem jeder jedem hilft, sollte es sein. Kein gegenseitiges Verkaufen von Leistungen. Eine Erleichterung für alle Hotels, aber auch eine Reihe von Vorteilen für den Gast. Das war den drei Hotelierfamilien aus Blatten im Lötschental bereits klar, als sie sich vor sieben Jahren zusammenschlossen und «Die Lötschentaler» gründeten. Heute ist die Zusammenarbeit eingespielt: Esther Bellwald vom «Nest- und Bietschhorn» kümmert sich um die Kommunikation, hat die neue Website auf die Beine gestellt und betreut den Social-Media-Auftritt. Brigitte Lehner vom «Breithorn» übernimmt viele administrative Arbeiten und Lukas Kalbermatten vom «Edelweiss» bringt seine Erfahrung und sein Wissen vor allem bei strategischen Entscheiden, der Erstellung von Konzepten und der Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen ein. Gemeinsam betreiben «Die Lötschentaler» zudem den Campingplatz und die Buvette auf der Fafleralp ganz hinten im Tal. Nach dem Motto «einfach mehr Ferien», möchten die drei unterschiedlichen Hotels ihren Gästen auf einfache Art mehr bieten.

Das Projekt in Kürze

  • Publikumspreis 2018
  • Hotelkooperation
  • 16 Vollzeit-, 23 Teilzeitangestellte (in allen Betrieben)
  • Blatten/VS

Ein Bündnis für die Zukunft des Lötschentals

Für die Gäste der drei Hotels bringt die Zusammenarbeit viele Vorteile. Zum Beispiel kann, wer in einem der Häuser Ferien mit Halbpension gebucht hat, in allen drei Hotels Znacht essen. Die Gäste des kleinen Hotels «Breithorn» geniessen es, dass sie die Sauna des nur wenige Schritte entfernten «Edelweiss» mitbenützen können. Und auch das wöchentliche Frühstück am Bach, das vom «Nest- und Bietschhorn» in den Sommermonaten durchgeführt wird, ist ein Erlebnis, das den Gäste aller drei Hotels offensteht. Insgesamt bieten die drei Hotels und der Campingplatz 39 Menschen eine Arbeit. Im abgeschiedenen Lötschental ist das eine ganze Menge. Ob es diese Arbeitsplätze noch alle gäbe, wenn jedes der drei Hotels im Alleingang weitergemacht hätte, ist mehr als fraglich. Auch das lokale Gewerbe profitiert von den «Lötschentalern». Daniel Ritler zum Beispiel ist Schafbauer und versorgt die drei Hotels mit feinem, lokalen Lammfleisch. «Die «Lötschentaler» sind meine besten Kunden», sagt er. Es sei ihnen wichtig, dass er seine Tiere besonders gut halte. «Schliesslich wollten sie ihren Gästen eine schöne Geschichte erzählen können.»

Alle drei Hotels haben intensive Zeiten hinter sich. Die Gäste übernachten überall in frisch renovierten Zimmern, im «Nest- und Bietschhorn» wurde auch die in die Jahre gekommene Küche erneuert. Einige dieser Investitionen wären ohne die Kooperation gar nicht machbar gewesen. «Alleine wären wir zu klein gewesen, um den Umbau finanziell zu stemmen.», erzählt Brigitte Lehner. «Als Teil der ‹Lötschentaler› war es möglich.»

Text: Sarah Eicher
Bilder: Isabel Plana
Video: Daniel Farrèr

Erschienen im Juli 2018

  • «Dass Hotels einer Region miteinander statt gegeneinander arbeiten, ist aussergewöhnlich. Die ‹Lötschentaler› beweisen beispielhaft, dass eine Kooperation nicht nur für die einzelnen Hotels sondern auch für die Gäste einen grossen Mehrwert bringt».

    Jury-Mitglied Sandra Weber

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