Novena Frischprodukte

Novena Frischprodukte

Die Firma Novena in Ulrichen im Obergoms produziert Frischteigwaren in hoher Bio-Qualität. Dabei legen Inhaber Roman Bernegger und seine 17 Mitarbeitenden besonderen Wert auf regionale und saisonale Produkte. Die Pastaproduktion generiert von den Rohstoffen über die Produktion bis zum Verkauf Mehrwert im Berggebiet.

Der Name Novena kommt vom Italienischen Wort für Nufenen, dem Pass, den man überquert, um vom Tessin ins Wallis, von Airolo nach Ulrichen zu kommen. Dort befindet sich die nach dem Pass benannte Frischteigwarenproduktion von Roman Bernegger. Bernegger ist Lebensmittelingenieur und hat seine berufliche Laufbahn bei Bioforce, der Herstellerin von A. Vogel Arznei- und Ernährungsprodukten, begonnen. Nach einem Abstecher zur Fertiggerichte-Herstellerin Hilcona wanderte Bernegger 1990 mit seiner Frau nach Kanada aus und gründete dort seine erste Teigwarenfirma. „Teigwaren üben eine besondere Faszination auf mich aus. Vielleicht kommt das daher, dass meine Eltern mit Textilien gearbeitet haben und ich durch sie die Freude am Verpacken entdeckte. Sie haben Leute in Kleider eingepackt, ich packe Füllungen in den Teig ein“, sagt er mit einem Schmunzeln. Bereits in Kanada setzte Bernegger auf Bio-Qualität, und das Geschäft lief gut. Doch Bernegger und seine Frau zog es zurück in die Schweiz. Als seine Frau und er sich 1993 für die Rückkehr entschieden, fand die Biochemikerin eine Stelle bei der Lonza in Visp. Roman Bernegger machte sich auf die Suche nach einem neuen Standort im Wallis. „Am Anfang haben alle den Kopf geschüttelt, niemand wollte glauben, dass ich Frischpasta im Obergoms herstellen würde.“, so Bernegger. „Manchmal muss man halt ein Risiko eingehen und den entscheidenden Schritt wagen.“ Dass sich der damalige Gemeindepräsident von Ulrichen von Berneggers Idee anstecken liess und sich dafür engagierte, war schliesslich entscheidend für die Standortwahl. So begann Bernegger 1994 in der ehemaligen Sennerei in Ulrichen mit seiner Teigwarenproduktion. Im Jahr 2001 wurde die ehemalige Sennerei endgültig zu klein für die Bedürfnisse der Firma. Bernegger mietete eine bei der Stilllegung des Militärflugplatzes freigewordene Halle. Nun entsteht die Füllung der Pasta in der Sennerei und kommt anschliessend in der neuen Produktionsstätte in den Teig.

Das Projekt in Kürze

  • Nominiert 2013
  • Teigwarenproduktion
  • 17 Mitarbeitende
  • Ulrichen/VS

Matterhorn-Ravioli

Mit den ersten Bio-Knospe-Ravioli ging Roman Bernegger 1994 hausieren und klapperte eigenhändig die Restaurants und Gastrobetriebe ab. Von Werbung hielt Bernegger schon damals nichts, und das ist bis heute so geblieben. Neue Kunden gewinne er vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Der Kontakt zu seinen Kunden ist ihm besonders wichtig, und Bernegger erfüllt auch gerne ausgefallene Wünsche. „Eben erst wollte ein Gastronomiebetrieb in Zermatt Ravioli in der Form des Matterhorns, also haben wir ihm die kleinen Gourmetbergli kreiert“, erklärt er. „Unsere beiden grössten Stärken sind Qualität und Flexibilität.“ Bernegger passt das Produktionsverfahren an, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, teilweise müssen sogar neue Maschinen konstruiert werden. Entscheidend für Berneggers Pasta-Kreationen sind die hochwertigen Rohstoffe. Er achtet dabei neben der Qualität auch auf Regionalität und Saisonalität. Je nach Jahreszeit packt er zum Beispiel Spargeln, Bärlauch oder Kürbis in den Teig ein. 2006 konnte Roman Bernegger dann seinen Wunsch nach Berg-Teigwaren – alle Rohstoffe kommen aus dem Berggebiet und werden im Berggebiet verarbeitet – verwirklichen. Unter dem Coop-Label „Pro Montagna“ stellt die Novena seither Bergkäse- und Bergkräuter-Ravioli her.

Von der Rohware bis zum Verkauf

Der anfängliche Einmann-Betrieb ist in den 19 Jahren seines Bestehens zu einem Betrieb mit 17 Mitarbeitenden gewachsen, der jährlich bis zu 250 Tonnen Pasta produziert. Roman Bernegger betont: „Unsere Frischteigwarenproduktion schafft durch den Kauf der Rohwaren über die Verarbeitung bis zum Verkauf Wertschöpfung im Berggebiet.“ Während andere Leute viel über die stetige Abwanderung jammerten, gehe er praktisch dagegen vor: „Es braucht mehr Leute die sich trauen, etwas anzureissen und das auch durchzuziehen.“

Bilder: zvg

Erschienen im Juli 2019

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