BerglandHof

BerglandHof

Der BerglandHof verbindet einen Landwirtschaft- und Hotelbetrieb mit einem Generationenhaus. Nach dem alten Prinzip einer Gutsgemeinschaft beteiligt sich jeder an den anfallenden Arbeiten und erhält dort Hilfe, wo er alleine nicht weiterkommt.

Ein Begegnungsort für Einheimische und Gäste, Bewohnerinnen und Mitarbeitende, Wanderer, Gourmets und Kulturschaffende inmitten der traumhaften Kulisse des Walliser Binntals. Kaum jemand hätte erahnt, was einst aus ihrer Wohngemeinschaft heraus entstehen würde, als sich fünf Unterländer vor rund dreissig Jahren in Ernen niederliessen. Ihr Ziel war, in der Forstwirtschaft Geld zu verdienen, um dereinst einen Hof zu kaufen. Philipp Birri mietete mit zwei befreundeten Paaren ein altes Erner Haus, zu dem ein Stück Land gehörte.

Das Projekt in Kürze

  • Nominiert 2019
  • Landwirtschafts-, Hotelbetrieb und Generationenhaus
  • 20 Mitarbeitende
  • Ernen/VS

Der Gemüsegarten und eine kleine Schafherde bildeten die Grundlage für ihren biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieb. Schliesslich konnten sie immer grössere Grundstücke in Ernen übernehmen, und aus den anfangs als Hippies belächelten Aussteiger wurden Bio-Pioniere und ernstzunehmende Hersteller landwirtschaftlicher Produkte. Für zusätzlichen Rückhalt im Dorf sorgte die Heirat Philipps mit der damaligen Posthalterin Ingrid Schmid, die sich den «Bergländern» anschloss. Fast gleichzeitig begann die Wohngemeinschaft, Gäste zu beherbergen und fand darin einen neuen Betriebszweig. Ingrid hatte die Gästebetreuung im Blut und führt heute den Hotelbetrieb im Generationenhaus.

Neue und altbewährte Konzepte der Zusammenarbeit

«Wir haben erkannt, dass die demografische Entwicklung neue Arbeits- und Wohnkonzepte fordert», sagt Philipp Birri. So entstand nach jahrelanger Planung ein Neubau mit Hotelzimmern, Wohnungen, einem Restaurant und grosszügigen Verarbeitungs- und Mehrzweckräumen. Das Generationenhaus soll gerade älteren Menschen eine Möglichkeit bieten, möglichst lange aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen. Der Agrotourismusbetrieb bietet dafür ein vielfältiges Betätigungsfeld. Der BerglandHof umfasst heute 60 Hektaren Land und beschäftigt rund 20 Personen. Ausserdem bringt das umfassende Aktivitäten- und Kulturprogramm des BerglandHofs seine Gäste mit dem lokalen Gewerbe zusammen und bietet zahlreichen Kulturschaffenden der Region eine Plattform.

Text: Sarah Eicher
Bilder: Max Hugelshofer
Video: Daniel Farrèr

Erschienen im Juli 2019

  • «Die Idee eines Generationenhauses wird zurzeit in vielen Gemeinden diskutiert. Die Basis für den Erfolg eines solchen Projekts liegt in der Vernetzung und dem Rückhalt in der Region, und diese hat sich der BerglandHof sorgfältig aufgebaut».

    Jury-Mitglied Sandra Weber

Weitere Prix Montagne-Projekte

Zur Projektübersicht

Über den Prix Montagne

Mehr erfahren